BMW und Daimler erwägen Zusammenarbeit bei wichtigen Komponenten

Die in Süddeutschland beheimateten Autohersteller Daimler und BMW erwägen einem Medienbericht zufolge die Zusammenarbeit bei der Herstellung wichtiger Automobilkomponenten. Dies würde die traditionellen Konkurrenten im Premium- und Luxussegment enger als je zuvor binden und die grundlegenden Veränderungen der Branche widerspiegeln.

Die beiden Hersteller prüfen demnach derzeit Optionen, wie die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen, Batterien und Technologien für Elektroautos und autonome Fahrzeuge realisiert werden kann, berichtet Bloomberg mit Verweis auf mit dem Vorhaben vertraute Personen, die anonym bleiben wollen.

Unter dem Druck, in selbstfahrende Elektroautos zu investieren, wenden sich die Autohersteller zunehmend an die Wettbewerber, um die Kosten zu senken und Synergieeffekte zu erzielen. Volkswagen etwa verhandelt momentan mit Ford über die Zusammenarbeit bei Transportern und autonomen Fahrzeugen. Diese Partnerschaften sind auch ein Weg, um im Rennen um die Dominanz digitaler Dienste agiler zu werden, wo sich auch immer mehr geldstarke Technologiegiganten wie Alphabet (Google) tummeln.

Daimler will seiner Modellpalette in den nächsten vier Jahren zehn neue Elektrofahrzeuge hinzufügen, BMW will bis 2025 zwölf reine Batteriemodelle anbieten. Die neue Partnerschaft würde die bestehenden Kooperationen von Daimler und BMW erheblich vertiefen. Die deutschen Hersteller arbeiten bereits beim Kauf von Komponenten wie zusammen und kauften im Jahr 2015 gemeinsam mit Volkswagen das Digitalkarten-Unternehmen Here Technologies für 2,5 Milliarden Euro. Im Frühjahr diesem Jahr einigten sich Daimler und BMW darauf, ihre jeweiligen Carsharing-Plattformen Car2Go und DriveNow miteinander zu kombinieren.

Angesichts der komplexen Natur von Produkt- und Technologiezyklen könnte die Realisierung einer Partnerschaft möglicherweise Jahre in Anspruch nehmen, so Bloomberg. Die Entwicklung neuer Autos vom ersten Entwurf bis zum Ausrollen der Serienmodelle kann eine jahrzehnt-lange Planung erfordern, was die Zusammenarbeit erschwert.

BMW arbeitet bereits seit längerer Zeit mit Toyota zusammen, etwa um gemeinsam die Sportwagen Z4 und Supra herzustellen und Wasserstoffautos zu erforschen. Daimler wiederum ist am Automobilkonzern Renault-Nissan beteiligt und stellt mit den beiden Partnern unter anderem Motoren her.

Quelle: Bloomberg – BMW, Daimler Are Said to Mull Cooperation on Key Components

BMW-Betriebsratschef: Tesla hat “die Elektromobilität verstanden”

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch hat in einem Interview die Produktion eigener Elektroauto-Batteriezellen gefordert. Das die für ein solches Vorhaben nötigen hohen Investitionen gut angelegt sind, zeige das Beispiel Tesla.

Im Gespräch mit dem Manager Magazin lobte Schoch ausdrücklich die Entscheidung von Tesla-Chef Elon Musk, früh auf eine enge Kooperation mit Panasonic zu setzen und gemeinsam Akkus in Großserie zu produzieren. “Tesla kontrolliert die komplette Wertschöpfungskette; die haben die Elektromobilität verstanden”, so der BMW-Betriebsrat.

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BMW-Betriebsratschef fordert: “Batterien selbst bauen. Und Batteriezellen auch.”

Manfred Schoch, 65 Jahre alt und Betriebsratschef bei BMW, hat in einem Interview mit dem Manager Magazin die Fertigung eigener Elektroauto-Batteriezellen gefordert. Den durch ein solches Vorhaben entstehenden großen finanziellen Aufwand hält er für eine gute Investition.

Angesichts drohender Strafzölle auf europäische Autos in den USA will BMW dort ein neues Motoren- und Getriebewerk bauen. Zusammen mit der einfacheren Produktion von Elektroautos droht europäischen Standorten dadurch eine mangelnde Auslastung – und den BMW-Mitarbeitern weniger Arbeit. Schoch schlug als Lösung vor: “Batterien selbst bauen. Und Batteriezellen auch.”

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Volkswagen will Ökostrom anbieten

Neben der Produktion von E-Autos will VW künftig noch mehr in die Elektromobilität investieren: Der Konzern plant, europaweit umweltfreundlichen Strom anzubieten. Das Angebot richtet sich nicht nur an VW-Kunden.

Volkswagen will auf dem Weg in die Elektromobilität Besitzern batteriegetriebener Autos europaweit Strom aus umweltfreundlicher Erzeugung anbieten. Dazu fassen die Wolfsburger ihre Aktivitäten laut VW auf diesem Feld konzernweit in einer neuen Tochter zusammen.

In einem ersten Schritt soll ab Februar Strom angeboten werden, der komplett aus CO2-freier Erzeugung stamme. Dazu solle Energie aus Wasserkraftwerken und Windparks genutzt werden, die VW teils selbst erzeuge. Später soll das Angebot um eine Karte ergänzt werden, mit der Kunden Strom für E-Autos an Ladesäulen zapfen können.

Dazu baut VW schrittweise ein Portfolio aus Stromtarifen, Ladesäulen, so genannten Wallboxen für daheim und einem IT-basierten Energiemanagement auf. Das Angebot der Marke „Elli“ (Kurzform aus Electric & Life) richte sich nicht nur an eigene Kunden und Mitarbeiter, sondern auch Halter von E-Mobilen anderer Hersteller sowie Privathaushalte und Institutionen. Es soll endgültig stehen, wenn das erste Elektroauto der neuen ID-Familie von VW Anfang 2020 auf den Markt kommt. Für den Wagen, von dem erst der Projektnamen „Neo“ bekannt ist, stellt VW derzeit in Zwickau seine Produktion um.

Volkswagen investiert massiv in die Elektromobilität. Spätestens 2025 soll die Marke VW weltweit mehr als eine Million E-Mobile im Jahr bauen, konzernweit sollen es dann bis zu drei Millionen sein.

Damit ist VW nicht der einzige Konzern, der auf Ökostrom setzt: Die Deutsche Bahn hatte Ende vergangenen Jahres bekannt gegeben, den Anteil von Ökostrom von derzeit 57 Prozent auf 80 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. „Kein anderes Verkehrmittel schont die Umwelt so wirksam und nachhaltig“, hatte Bahnchef Richard Lutz den Schritt begründet. Mit zwei Initiativen solle die Elektrifizierung der Bahn vorangetrieben werden – zum einen mit einem Bundesprogramm für regionale Personenverkehrsstrecken, zum anderen mit einem Ausbauprogramm für mehr elektrisch betriebenen Güterverkehr.

Quelle: ftü/rts/dpa

Schwerpunkt : Batterienherstellung

Batteriefabriken für Elektroautos:

Um diese Wertschöpfungskette streitet Auto-DeutschlandnnDie Automobilbranche steht unter Strom: Der Volkswagen-Konzern will bis 2025, 50 Elektroauto-Modelle und 30 Plugin-Hybridautos anbieten. Daimler hat Anfang September den Mercedes EQC vorgestellt, den ersten Vertreter seiner Elektroauto-Submarke EQC. Bis 2022 wollen die Schwaben 10 reine Elektroauto-Modelle offerieren. BMW weitet sein Angebot an Elektroautos aus, Tesla drängt mit seinem Einstiegsfahrzeug Model 3 nach Europa – und japanische Hersteller ebenfalls. Dafür müssen die Autohersteller große Mengen Lithium-Ionen-Batteriezellen einkaufen- vor allem in Asien, wo aktuell ein Großteil der Zellen produziert wird. Der Transport der schweren Zellen ist aufwändig. Doch zu einer eigenen Zellenproduktion konnten sich europäische Autohersteller und Zulieferer aus Kostengründen bisher nicht durchringen. Das stört nicht nur Arbeitnehmervertreter und manche Automanager, die vor Abhängigkeiten warnen. Auch Politiker in Deutschland und der EU fürchten, dass dadurch Arbeitsplätze und Wertschöpfung auf dem Spiel stehen.nnVor gut einem Jahr hat die EU deshalb ein eigenes Projekt gestartet mit dem Ziel, Lithium-Ionen-Zellfabriken in Europa aufzubauen. Wie die Financial Times nun berichtet, will die EU Milliarden Euros an Förderungen für die Ansiedlung von Batteriewerken aufbieten – über Forschungsgelder, aber auch regionale Fonds und Kredite der europäischen Investmentbank EIB. Laut EU-Energiekommissar Maros Sefcovic sind bereits 260 Firmen an der EU-Batterieallianz beteiligt. Vier Gruppen davon sollen Ambitionen für den Bau einer Batteriefabrik hegen, die den Output von Teslas Gigafactory in der Wüste von Nevada hat. Auch in Deutschland entwickelt sich einiges.nnBundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat vor einigen Wochen eine Kooperation mit Polen im Bereich Batteriezellen verkündet. Ziel ist der Aufbau einer gemeinsamen Zellenproduktion – in der Lausitz und in Westpolen. Wie der Tagesspiegel vor kurzem berichtete, soll die Kooperation rund eine Milliarde Euro an Förderungen von der deutschen Regierung erhalten. Und auch ein zweites deutsches Projekt soll laut Tagesspiegel in den Startlöchern stehen: So sollen der deutsche Batteriespezialist Varta gemeinsam mit Ford eine Batteriezellen-Produktion planen und dafür rund eine Milliarde Euro an Förderungen erhalten. Die deutschen Projekte dürften wohl Bestandteil eines europäischen Gemeinschaftsunternehmens werden – einer Art Airbus der Batterieerzeugung, das asiatischen Herstellern Paroli bieten soll.nnDie asiatischen Batteriespezialisten preschen jedoch schon mal vor: Sie investieren vornehmlich in Osteuropa, die ersten Firmen haben schon Spatenstiche gesetzt. Doch auch europäische Startups wittern Chancen: Das Startup Northvolt baut bereits eine Probefertigung und will in Nordschweden ein Riesenwerk aus dem Boden stampfen, ein deutsches Konsortium hat ebenfalls Großes vor. Wir stellen die wichtigsten Player im großen europäischen E-Autoakku-Monopoly vor. Polen und Deutschland wollen gemeinsame Batteriezellproduktion Trotz Aufholjagd von Daimler, BMW und Co: Warum Tesla noch auf Jahre im Vorteil ist Premiere des Elektroautos Mercedes EQC: d er Hoffnungsjäger – dieser Mercedes soll Tesla Paroli bietenn nun auch noch die Bayern …: Wer jetzt um die Tesla-Gigafactory wirbt Batteriehersteller aus China schwimmt im Geld: Wie CATL BMW, VW und Daimler das Fürchten lehrt Chinesischer Batteriezellenhersteller kommt nach Thüringen: BMW besiegelt milliardenschwere Allianz mit CATL China Werk soll fünf Milliarden Dollar kosten: Tesla setzt auf chinesische Investoren für Gigafactory E-Autobauer sondiert Expansion nach Europa: Südwest-Bundesländer buhlen um Tesla-Gigafactory Volkswagen investiert in Feststoffbatterie-Spezialisten: VW steigt ins Rennen um Superakku der Zukunft ein Gigafactory in Deutschland: Tesla folgt Konkurrent CATL – und schaut auf Deutschland Milliardeninvestition in Thüringen geplant: Chinesen düpieren deutsche Industrie mit Batterieprojekt Northvolt-Fabrik soll fast so groß werden wie Teslas Gigafactory. Siemens steigt bei größter Batteriefabrik in Europa ein.nnWarum sich die deutschen Autobosse erpressbar gemacht haben: Der Elektroschock Politik bläst zur Aufholjagd bei Batterieherstellung: EU erwägt Elektroauto-Quote für Neuwagen Zellfertigung in Deutschland als Thema auf IAA: VW schlägt Bündnis für Batterie-Zellproduktion vor Elektroauto-Offensive Roadmap Eu : VW investiert 20 Milliarden Euro für 80 neue E-Modelle Zulieferer emanzipiert sich von Daimler, VW und Co.: Bosch will mit Achse des Guten den Milliardenmarkt erobern. Nissan verkauft seine Akku-Sparte: Nissan wendet sich vom Tesla-Ansatz ab. Musk umschmeichelt Trump: Tesla plant weitere Fabriken in USA Stromspeicher für 120.000 Haushalte: Renault bastelt an Mega-Batterie und fordert Elon Musk heraus Wettlauf um Elektroauto-Batteriefabriken in Europa: Ex-Tesla-Manager sehen Skandinavien als Akku-Hotspot. Eine Gigafactory für Europa: Diese Standorte buhlen um Tesla – mit teils kuriosen Mitteln Elektroauto: Deutschlands letzte Batteriezellen-Fabrik ist pleite Teslas Gigafactory: Hier entsteht die größte Fabrik der Welt. BMW feilt an Elektroauto-Strategie: Der Kampf um die Bayerischen Batterie Werke Batteriefabriken für Elektroautos: Um diese Wertschöpfung kämpft Auto-Deutschland Elektroautos bedrohen Wertschöpfung in Deutschland.nnDer brisante Milliardenpoker um die Batteriefabriken LG Chem erwartet Elektroauto-Boom in Europa: Akku-Fabrik soll Europas Elektroauto-Hersteller beflügeln Zehn-Milliarden-Euro-Investition für Elektroautos: Volkswagen erwägt Bau gigantischer Batteriefabrik in Salzgitter.nnBatterie- / Akku-Hersteller in China :nAviation Lithium Battery Boston Power (Liyang) Dongfeng und CATL (Wuhan)nBYD (Shenzhen und Chongqing)nContemporary Amperex Technology (CATL, Ningde)nCALB (Luoyng)nEEMB Energy PowernEnvision Group (Übernahme der Batteriesparte von Nissan (08.2018)nGuangdong DongfangnLishen (Tianjin)nLG Chem (Nanjing)nLong PowernOptimumNano (Shenzhen)nPanasonic Liyng und mit Dalian Levear Electric (Dalian) Samsung SDI (Xian)nnBatterie- / Akku-Hersteller in Japan :nAutomotive Energy Supply Corporation (AESC)nPanasonicnnBatterie- / Akku-Hersteller in Süd-Korea :nnLG Chem (Ochang)nSamsung SDI (Ulsan)nSK Innovation (Seosan, Jeungpyeong)nnBatterie- / Akku-Hersteller in Polen : LG Chem (Breslau (Wroclaw)nnBatterie- / Akku-Hersteller in Schweden : Northvolt (Skelleftea ab 2020) Investoren: Vattenfall, ABB und Scania.nnBatterie- / Akku-Hersteller in Thailand : Thonburi Automotive Assembly Plant (TAAP) mit Mercedes-Benz ab 2020.nnBatterie- / Akku-Hersteller in Ungarn : Samsung SDI (Göd) SK Innovation (Komárom) ab 2020)nnBatterie- / Akku-Hersteller in USA :nTesla amp; Panasonic (Sparks), LG Chem (Brownstown / Michigan) SK Innovation (Erstellung Georgia) Farasis  Offen  ist der Bau einer Fertigung für Akkuzellen von CATL in Deutschland, Ungarn oder Polen. Modulferigung in Deutschland Contemporary Amperex Technology (CATL) plant Fabrik für Akkuzellen in Erfurt. BMW Modulfertigung in Dingolfing. Daimler Modulfertigung in Kamenz (Mitte 2018). Aktuell ist Europa bei der Fertigung von Zellen komplett abhängig von asiatischen Lieferketten. Marktanteile der Produzenten von Akkus (1. Halbjahr 2018). Bereits heute beherrschen einige wenige Zellhersteller 80 Prozent des Weltmarktes. Zu den Schwergewichten gehören Panasonic (5,9 GWh), CATL (5,7 GWh), BYD (3,3 GWh), LG Chem (2,8 GWh), AESC (1,8 GWh), Samsung SDI (1,3 GWh) und Farasis (1,1 GWh). Marktanteile Produktion Lithium-Ionen-Zellen. Der Weltmarktanteil der chinesischen Hersteller beträgt etwa 80 % und der südkoreanischen Hersteller etwa 20%.