Werbe-Anzeige spottet über deutsche Autohersteller

Es klingt hämisch und ist auch so gemeint.

Mit einer ganzseitigen Anzeige auf Seite 5 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ rechnet ein gewisser Polestar (Volvo) mit der „lieben deutschen Autoindustrie“ ab. Listenpreis für die Premium-Platzierung in der FAZ: 79 930 Euro ohne Rabatt.

„Zwischen uns ist es nicht mehr, wie es war. Du bist irgendwann einfach stehengeblieben“, steht in dem ausgerechnet am Valentinstag erschienenen Schlussmacher-Brief.

BMW-Betriebsratschef schlägt Batteriezell-Allianz deutscher Unternehmen vor

Manfred Schoch, Betriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratschef von BMW, fürchtet die massenhafte Abwanderung von Arbeitsplätzen in der Elektromobilität aus Deutschland. Sollten es die deutschen Hersteller versäumen, die Produktion von Batteriezellen selbst in die Hand zu nehmen, werde Deutschland in dieser wichtigen Technologie abgehängt.

Aber das sehen die Herren im Vorstand noch nicht“, stellte Schoch im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus fest. „Sie kaufen die Zellen lieber ein und glauben, dass sie langfristig günstige Verträge mit den Chinesen schließen können“, so der Gewerkschafter. Dabei würden heute schon die Batteriepreise steigen. „Da machen die Herren Zetsche, Diess und Krüger keine gute Figur.“

Bisher kaufen die deutschen Pkw-Hersteller Zellen bei asiatischen Herstellern ein und bauen sie anschließend zu kompletten Akkus zusammen. An die Produktion der Zellen selbst wagen sie sich nicht, weil die Kosten hierfür in die Milliarden gehen würden. Außerdem ist noch nicht klar, welche Zelltechnologie sich langfristig durchsetzen wird.

Schoch plädiert trotzdem dafür, dass die Hersteller schon jetzt eine aktivere Rolle übernehmen. Er schlägt eine konzertierte Aktion mehrerer deutscher Konzerne vor. „BMW könnte sich mit Daimler, VW, Siemens, Conti und Bosch auf eine standardisierte Zelle einigen“, schlägt er vor. „Wenn wir dieses Thema genauso intensiv diskutieren würden wie die Diesel-Nachrüstung, kämen wir auf den richtigen Weg.“

BMW geriet in den vergangenen Jahren in die Kritik, weil sich der Hersteller bei der Markteinführung neuer elektrisch angetriebener Modelle zurückhielt. Schochs Worten zufolge steht dahinter die Sorge um deutsche Arbeitsplätze. BMW lasse sich mit der Markteinführung des i4 und des iNext bis 2021 Zeit, um die Fertigung in Deutschland so umzubauen, dass in den Fabriken gleichzeitig Verbrenner und Elektroautos hergestellt werden könnten.

Der Betriebsrat will, dass die Elektromobilität für BMW in Deutschland stattfindet und nicht nur in China oder in Mexiko. Wenn wir für den i4 eine Fabrik auf die grüne Wiese gestellt hätten, beispielsweise in Mexiko, könnten wir die Produktion schon 2019 oder 2020 anfahren. Ich habe aber bewusst dafür gekämpft, dass er nicht nach Mexiko kommt. Dafür nehmen wir eine Verzögerung in Kauf.

 Focus – Presseaussendung vom 25.01.2019

Dingolfinger BMW Group Werk liefert ab 2019 Batterien für vollelektrischen MINI

Dingolfing. Das BMW Group Werk Dingolfing bereitet sich auf den zukünftig höheren Bedarf an E-Antrieben vor und investiert hierfür in umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten. Allein für die Batteriefertigung des vollelektrischen MINI fließt ein mittlerer, zweistelliger Millionen-Euro-Betrag in Strukturmaßnahmen und Anlagen. Auf einer Fläche von rund 6.000 Quadratmetern entstehen im Westteil des Dingolfinger Komponentenwerks 02.20 eine Fertigung für Batteriemodule sowie eine Batterie-Montagelinie. Aktuell werden die ersten Anlagen aufgebaut und sukzessive getestet.

„Mit dem Anlauf neuer Modelle und der wachsenden Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen werden wir die Produktion von E-Komponenten in den nächsten Monaten und Jahren deutlich ausweiten“, sagte Roland Maurer, Leiter Planung und Produktion
E-Antrieb bei der BMW Group.

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soviel kostet der gefahrene Km mit herkömmlichen Ladestationen